Filialkirche St. Johannes der Täufer (St. Johann im Mauerthale)
Filialkirche St. Johann im Mauerthale - Ein Ort voller Rätsel und Geschichten
Die Kirche Johannes der Täufer liegt im kleinen Ort St. Johann im Mauerthale mit nur vier Häusern direkt an der Straße zwischen Donau und den Hängen des Dunkelsteinerwaldes.
Die Filialkirche Johannes der Täufer wird erstmals 1240 in einer Schenkung von Erzbischof Eberhard von Salzburg an das Stift St. Peter in Salzburg genannt. Der Kirchenbau selbst stammt aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der polygonale Chor mit Fünfachtelschluss ist nicht wie üblich nach Osten, sondern nach Norden ausgerichtet – eine Besonderheit, die in der Wachau häufiger vorkommt. Die Orientierung spiegelt den Verlauf der Donau wider, die im Mittelalter als Hauptverkehrsader diente. So diente die Kirche auch als Landmarke für Reisende auf dem Fluss.
Ein besonderes Merkmal der Kirche ist der Vierecksturm, der im oberen Bereich achteckig wird und mit einem steinernen Kegelhelm abschließt. Auf der Spitze ist ein mit einem Pfeil durchschossener Hahn zu sehen, der sich auf eine Sage mit der Teufelsmauer am jenseitigen Donauufer bezieht.
Beeindruckend sind die in den südlichen Teil der Kirche integrierten Reste eines spätantiken Wachturms (Burgus), welcher seit 2021 zum UNESCO-Welterbe Grenzen des Römischen Reichs – Donaulimes (westlicher Abschnitt) gehört. Seine obertägig noch über acht Meter hoch erhaltenen Mauerreste (insgesamt über 10 Meter) bilden die Südmauer des Langhauses sowie die Nord- und Ostmauer des gotischen Turms. Im Dachstuhl des Kirchenschiffes ist die Außenseite des Wachturms (zweites Obergeschoß) integriert. Dieses war zur römischen Zeit mit zwei Rundbogenfenstern ausgestattet. Im Hochmittelalter, noch vor dem Kirchenbau, wurden die beiden Rundbogenfenster frisch verputzt und mit einem farbigen Dekor (rot-weiße Fensterfasche) versehen. Ihre Gestaltung belegt, dass zu dieser Zeit der Wachturm noch als vollständig intaktes Gebäude bestanden hat. Zudem konnte sich unter diesen „neuen“ Putzschichten der originale römische weiße Mörtel erhalten, in dessen glattgepresste Oberfläche mittels feingliedriger Kellenstriche die Steinsetzung der Rundbögen imitiert wurde. Sie gewähren uns somit einen äußerst seltenen Einblick in die Fassadengestaltung römischer Militärarchitektur.
Weiters zeigten archäologische Untersuchungen von 2016, dass der Wachturm ursprünglich eine quadratische Grundfläche von etwa 12,4 x 12,4 Metern hatte. Seine bis zu 1,6 Meter breiten Mauern sind durch Baufugen klar von späteren Bauteilen der Kirche zu unterscheiden. Der Burgus diente wohl einst der Sicherung des römischen Verkehrswegs entlang der Donau und stellt eine direkte Verbindung zur Römerzeit her.
Das direkt an den Burgus angebaute Kirchenschiff, ein flach gedeckter Saal, ist im Innenraum schlicht, beeindruckt aber durch romanische und gotische Wandmalereien aus dem zweiten Viertel des 13. bis ins 15. Jahrhundert, die während Restaurierungen in den 1970er-Jahren freigelegt wurden. Neben der zierlichen spätbarocken Kanzel mit Zugang von außen, ist der hochbarocke Hochaltar im gotischen Chor von außerordentlich guter künstlerischer Qualität. Unter der Empore steht die Statue des hl. Albinus, dessen Grab einst in der Mitte der Kirche lag und Pilger anzog. Dieses Grab wurde 1862 entfernt, doch die Statue blieb erhalten.
Nördlich der Kirche befindet sich ein barocker Brunnen mit Zwiebeldach. Ein direkter Zugang vom Chor zum Brunnen deutet darauf hin, dass er in liturgische Handlungen eingebunden war. Ein Christophorus-Fresko an der Westfassade erinnert an den Schutzpatron der Reisenden und verhinderte der Erzählung nach, einen plötzlichen Tod.
Die Kirche von St. Johann im Mauerthale ist nicht nur ein Sakralbau, sondern auch ein beeindruckendes Zeugnis römischer und mittelalterlicher Geschichte.
So reisen Sie öffentlich an:
- Mit der Bahn bis Krems Bahnhof
- Umsteigen in den Bus Wachau-Linie WL2 bis St.Johann im Mauerthale
- Mit der Westbahn bis Melk Bahnhof
- Umsteigen in den Bus Wachau-Linie WL2 bis St. Johann im Mauerthale
St. Johann im Mauerthale
[mobil] +43 676 45 37 890
pfarre.arnsdorf@aon.at; roman.hoegl@yahoo.de
Pfarre Arnsdorf
3621 Mitterarnsdorf Nr. 31.
Schlüssel nach Voranmeldung bei Roman Högl (+43 676 45 37 890).

