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Ehemalige Klosterkirche Justizanstalt Stein

Ehemalige Klosterkirche der Ordensgemeinschaft der Redemptoristinnen

Das hier bestehende Kirchengebäude war im 19. Jh. die Kirche, des an diesem Ort bestehenden Klosters, der Redemptoristinnen. »Die Klausur bietet uns den Raum der Stille für die enge Verbindung mit Christus« - in diesem Sinne hatten die Schwestern in ihrem »Orden vom Heiligsten Erlöser« einst ihr Kloster in Stein an der Donau genutzt. Die »ehemalige Klosterkirche« bildete den räumlichen und geistlichen Mittelpunkt dieser Ordensniederlassung.

Die Ordensgemeinschaft der Redemptoristen wurde 1732 durch den späteren Bischof und nach seinem Tod heiliggesprochenen Alfonso Maria de Liguori in Scala an der Amalfiküste gegründet. 1749 wurde der Orden von Papst Benedikt XIV. anerkannt. 1784 trat Klemens Maria Hofbauer, der spätere Stadtpatron von Wien und als Heiliger Verehrte, in den Orden ein. In der Zeit Kaiser Josef II. konnten die Pläne Klemens Maria Hofbauers und anderer Redemptoristen, in Österreich Ordensniederlassungen zu gründen, nicht in die Tat umgesetzt werden, hat doch der Kaiser in seiner Regierungszeit rund 800 Klöster aufgelöst. Erfolgreich war aber die Gründung von Ordensniederlassungen in Konstanz, in Wollerau sowie in Joinville und Rom. Aus der in Warschau bestehenden Ordensniederlassung wurden die Redemptoristen 1808 auf Befehl Napoleons I. vertrieben. Günstiger verlief die Entwicklung des Ordens in Bayern, wo 1841 König Ludwig I. die Redemptoristen als Wallfahrtsseelsorger nach Altötting berief.

Im Gegensatz zum männlichen Zweig des Ordens, der sich der Mission verschrieben hat, handelte es sich beim weiblichen Zweig des Ordens um eine kontemplative Gemeinschaft. Die Aufgabengebiete dieses Ordens war: das Feiern der Liturgie, das Stundengebet, der Dienst in und an der Gemeinschaft (Hostienbäckerei, Paramentik, Garten- und Hausarbeit) sowie der apostolische Dienst an den Mitmenschen (geistliche Begleitung von Einzelgästen, Kloster auf Zeit, Brief- und Telefonseelsorge, Einzelgespräche, Gestaltung von Gesprächs- und Bibelkreisen). Das Kloster der Redemptoristinnen hier in Stein wurde 1843 gegründet. Zu dieser Zeit war Krems Kreisstadt und hatte etwa 7.000 Bewohner. Auch der heutige Stadtteil Stein war damals eine selbstständige Stadt mit einem eigenen Bürgermeister und eigener Stadtverwaltung.

Dem von Eduard Kranner verfassten Buch »Krems - Antlitz einer Stadt"(Verlag Josef Faber Krems, Ausgabe 1979) ist folgende historische Darstellung bezüglich Auflösung des Klosters zu entnehmen: Schon am 17. März 1878 wurde die Nationalgarde in Krems aufgestellt, insgesamt über 800 Mann, in fünf Kompanien organisiert. In Stein wurde am 2. April 1848 eine eigene Nationalgarde ins Leben gerufen. Ihr gehörten 180 Mann an.

Anstelle der abgezogenen Garnison hatten die Nationalgarden durch Patrouillengänge und Wache halten für die Sicherung der revolutionären Errungenschaften, wie z. B. Pressefreiheit, freie Meinungsäußerung, Volksbewaffnung in Form der Nationalgarde und andere, zu sorgen. Am 8. April tauchte von Wien kommend eine Schar tatendurstiger Revolutionäre in Krems auf und drangen am folgenden Tag in das Kloster der Redemptoristinnen ein, befahlen den neun anwesenden Ordensfrauen ihre Habseligkeiten zu packen und das Kloster zu verlassen. Im nahe gelegenen Göttweigerhof mussten sie auf weitere Anweisungen warten. An der Klosterpforte wurde ein Zettel angebracht mit der Aufschrift »Nationaleigentum«. Da kein weiterer Befehl kam, versteckten sich die Klosterfrauen in der Stadt und suchten Aufnahme bei mildtätigen Bürgern (Ende der Zitate).

Später gingen die Schwestern nach Eggenburg und gründeten dort eine neue Ordensgemeinschaft. Eine angebotene Rückkehr nach Stein lehnten sie ab. 1850 ist das aufgelassene Kloster vom Staat gekauft worden und es wurde zur Entlastung des Wiener Gefängnisses auf dem Klostergelände und zugekauften Grundstücken ein Niederösterreichisches Provincialstrafhaus gebaut. Als damals so genannte Männer- und Weiberstrafanstalt wies es eine Belagskapazität von 150 Sträflingen auf. 1854 begann man mit weiteren Ausbaumaßnahmen und es konnten Ende des Kalenderjahres 1858 571 Sträflinge und 351 Zwänglinge (Arbeitshausinsassen) untergebracht werden.

Am 25.10.1855 wurde dem Orden der Töchter der christlichen Liebe vom hl. Vinzenz von Paul die Leitung und Verwaltung der Anstalt übertragen und lediglich ein Strafhausinspektor als staatliches Organ in derselben belassen. Erst mit Wirkung vom 01.01.1870 ging die Anstalt wieder in die reine Staatsverwaltung über und wurde dem Justizministerium übergeben.

Im Zeitraum von 1870 bis dato wurden zahlreiche Um- und Neubauten auf der achtundfünfzigtausend Quadratmeter großen Liegenschaftsfläche realisiert, um den Strafvollzug humaner und zeitgemäß gestalten zu können. In diesem Zusammenhang war das Inkrafttreten des Strafvollzugsgesetzes mit Wirkung vom 01.01.1970 von besonderer Bedeutung, wobei Resozialisierungs-, Behandlungs-, Betreuungs- und Erziehungsvorschriften sowie die Normierung der Arbeitspflicht, der Berufsausbildung und die Einrichtung von Arbeitsbetrieben als wesentlich hervorzuheben sind.

Die »ehemalige Klosterkirche« wurde umgebaut und man benützte sie jahrelang als Veranstaltungsraum für die Insassen (z.B. für Vorführungen von Filmen). Im Jahre 1996 begannen auf Initiative des damaligen Anstaltsleiters Hofrat Dr. Johann Hadrbolec die Arbeiten zur Wiederherstellung des Kirchengebäudes in den ursprünglichen Bauzustand als Kirche und letztendlich wurde diese nach der Fertigstellung am 27.01.1998 durch seine Exzellenz Diözesanbischof Prof. Dr. Kurt Krenn gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Die »ehemalige Klosterkirche« wird nunmehr für diverse Veranstaltungen genützt und ist in diesem Zusammenhang zum Teil auch der Öffentlichkeit zugänglich. Dadurch ist sie auch Bindeglied zwischen Gefängnis und Gesellschaft. Zuletzt ist die »ehemalige Klosterkirche« auch Zeugnis für das seinerzeitige kontemplative Wirken von Ordensschwestern und soll auch daran erinnern, dass seelsorgerischen Bemühungen und der Betreuung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen in einem Gefängnis ein hoher Stellenwert zuzumessen ist.

Termine:

Die »Ehemalige Klosterkirche« ist Teil der Liegenschaft der Justizanstalt Stein. Eine Besichtigung der Klosterkirche ist ausschließlich im Rahmen von Veranstaltungen möglich. Diese werden zeitgerecht im Wege der gängigen sozialen Plattformen bekannt gemacht.

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